Vegan: Tag 4

Heute Abend haben wir zu einem veganen BBQ eingeladen. Insgesamt waren wir neun Freunde, wovon sich vier vegan ernähren, zumindest momentan. Also ein ganz guter Schnitt.

Vor einem Monat hatte ich noch gedacht, dass ein veganer BBQ schlichtweg nicht möglich sei, denn außer Gemüse ist mir nichts eingefallen, was man grillen könnte und das kann man ja dann nicht wirklich einen BBQ nennen. Aber ich wurde anderem belehrt, als ich bei zwei veganen Freuden zum BBQ eingeladen war. Sie hatten aus Gluten, Wasser und ordentlich Gewürzen veganes Gyros gezaubert, was wir dann mit Soja-Tzatziki und Salat in unsere Wraps gefüllt haben. Alle nicht Veganer und gerade die Jungs waren dem BBQ schon seit der Einladung sehr skeptisch gegenüber gewesen. Aber man mag es kaum glauben, es waren letztendlich alle begeistert und haben das „Fleisch“ gelobt. Genau das wollte ich heute Abend auch machen, aber nach endloser Sucherei nach Gluten war ich echt am Verzweifeln und dachte schon, dass unser veganes BBQ in eine Gemüsebräterei umbenannt werden müsste.

So verzweifelt wie ich war, habe ich zu dem Tempeh, den ich einige Tage zuvor eingekauft hatte, im Kühlschrank gegriffen, es in Scheiben geschnitten und in Sojasauce und verschiedensten Gewürzen eingelegt. Obwohl die Aktion sehr improvisiert war und mehr aus der Not geboren war,  waren wir alle, einbezogen unserer nicht veganen Gäste, begeistert! Dadurch, dass es eine etwas grobe Konsistenz hat, kam es Fleisch sehr ähnlich und wir haben sogar gerätselt, ob jemand, der nicht eingeweiht worden wäre, überhaupt geschmeckt hätte, was sich hinter dem marinierten Tempeh „Steaks“ versteckte.

Dazu gab es obligatorisch Salat, BBQ Saucen und Baguette. Zusätzlich hatten wir in die Kohle noch Kartoffeln und Pilze in Alufolie gelegt und sehr leckeren Tomaten-Humus gekauft. Zum Nachtisch gab es Ananas und unser geliebtes Mousse au Chocolat, das wir schon am Montag gemacht haben.

Foto 2

Es muss in diesem Zusammenhang noch einmal unbedingt angemerkt werden, wie viel schöner das Essen in geselliger Runde ist. Heutzutage, im Zeitalter des Fastfood und ready-to-eat Produkten geht dieses, ja eigentlich doch kulturelles Gut, oftmals unter. Sobald man mit mehreren am Tisch sitzt, wird die Nahrungsaufnahme plötzlich zu einem gesellschaftlichen Event. Dass das gemeinschaftliche Essen besonders zelebriert wird, kennt man ja vor allem aus Südeuropa. Man assoziiert es mit einer italienischen Großfamilie, die an einem reichlich mit Essen beladenem Tisch, draußen unter der langsam sinkenden toskanischen Sonne sitzen. Vielleicht hat Esskultur tatsächlich auch etwas mit dem Klima zu tun, denn schließlich war es ein wunderbarer, warmer Juniabend. Wie auch immer, dieser kleine Appell an uns selber soll uns daran erinnern, dass wir solche geselligen Abende in Zukunft viel öfter organisieren müssen. Es ist ja auch nicht ganz uneigennützig, denn schließlich gibt uns so ein Essen auch die optimale Möglichkeit unsere neusten Kreationen an unseren Freunden auszutesten.

Luisa und Mareike

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